Google bringt mal wieder frischen Wind in den digitalen Markt. Nachdem Google sich in Bereichen wie Google Shopping und Google Flight als präsent gezeigt hat, spielt der Global Player nun auch im Stellenmarkt mit. Google for Jobs nennt sich der neue Dienst des Suchmaschinen-Marktführers, welcher die SERPs (Search-Engine-Result-Pages) nun mit einer Jobbox schmückt. Im Heimatland des gigantischen Konzerns, den USA, wird Google for Jobs schon ein Jahr früher getestet. Europaweit wurde die neue Innovation erst im April 2019 veröffentlicht.
In unserer ausführlichen Google for Jobs Anleitung zeigen wir, wie Arbeitgeber die Plattform nutzen und eigene Stellenanzeigen für die Suchmaschine richtig aufbereiten können. Neben einer vollständigen Google for Jobs: Anleitung gehen wir auch auf passende, hilfreiche Tools ein, die Sie für die Erstellung, Optimierung und Überprüfung der Anzeigen nutzen können.
Was ist Google for Jobs?
Bei Google for Jobs handelt es sich um eine Erweiterung der ehemaligen Universal Search. Bei der sogenannten Universal Search werden Ergebnisse aus verschiedenen Datenbanken auf nur einer Ergebnisliste gebündelt bereitgestellt. Google for Jobs ist somit keine klassische eigenständige Jobbörse, sondern eher eine Meta Jobbörse, die alle Jobs aus dem Index, die für Google freigegeben wurden, gebündelt darstellt.
Die Google for Jobs Box erscheint unmittelbar unterhalb der bezahlten Google und Microsoft Ads-Anzeigen und wird ausschließlich bei passenden Keywords, welche eine Suchintention rund um das Thema Jobs haben, ausgespielt.
Der klassische Weg über die Google Suche war bisher:
- Ein Jobsuchender googelt zum Beispiel „Online Marketing Manager Würzburg Job“
- Nutzer klickt entweder auf Google und Microsoft Ads Anzeige oder Organische Suche (meistens Jobbörse)
- Landet auf Jobbörse und sieht sich die passenden Jobs an
- Bewirbt sich dann über E-Mail oder Formular
Jobsuche 2.0 mit G4J
Google hat das Nutzerverhalten analysiert und verstanden, dass der Prozess für Jobsuchende teilweise sehr mühselig sein kann. Die Jobsuchenden hangeln sich von Jobbörse zu Jobbörse um nach geeigneten Stellenangeboten zu suchen. Teilweise werden auch die gleichen Stelleninserate auf mehreren Jobbörsen geschaltet. Google erkennt die Duplikate und bereitet diese so auf, dass der Job nur einmal erscheint und der Jobsuchende die Möglichkeit hat, sich über verschiedene Plattformen zu bewerben.
Dabei stehen dem Nutzer folgende Filtermöglichkeiten zum Verfeinern der Suche bereit:
- Kategorie
- Stellentitel
- Standort
- Datum der Veröffentlichung
- Beschäftigungsart
- Arbeitgeber
Jobsuchende können Suchphrasen abspeichern und werden per E-Mail informiert, sobald es neue Jobs für einen Bereich gibt. Um sich zu bewerben können Nutzer, sofern die Daten nicht im Google for Jobs Inserat ersichtlich sind, eines der Jobportale aufrufen und sich über dieses bewerben.
Wie funktioniert Google for Jobs technisch?
Ein sogenannter „Crawler“ holt sich für ihn erkennbare Jobs von klassischen Jobbörsen beispielsweise Jobsuche Regional oder Xing und listet diese auf der eigenen Plattform auf. Zusätzlich wird die Jobbox mit Bewertungen zu den einzelnen Arbeitgebern gefüllt. Hierfür wird auf Daten von „Arbeitgeber Bewertung“ Websites wie Kununu und Glassdoor zurückgegriffen.
Über Nacht zum SEO Marktführer
(Quelle: https://www.sistrix.de/news/google-jobs-in-deutschland-marktfuehrer-ueber-nacht/)
Das SEO-Tool Sistrix von Johannes Beus analysierte die Entwicklung der organischen Sichtbarkeit von Google for Jobs und stellte sie den größten Jobbörsen wie Stepstone, Indeed und der Arbeitsagentur gegenüber. Für Jobbörsen, die größtenteils Ihren Traffic über die organische Suche (unbezahlte Suchergebnisse auf Google) generiert haben, ist Google for Jobs sicherlich ein Schlag ins Gesicht.
Was kostet Google for Jobs?
Ein Inserat auf Google for Jobs kostet nichts. Da das Jobboard sich Stellenanzeigen von Websites selbst holt, müssen Sie diese lediglich auf die richtige Art bereitstellen. Sie müssen also ausschließlich Zeit für die Einrichtung einplanen. Alternativ können Sie natürlich auch bewusst Inserate auf Plattformen (beispielsweise Jobsuche Regional) schalten, deren Anzeigen auch bei Google for Jobs dargestellt werden.
Kann man sich Rankings bei Google for Jobs erkaufen?
Es ist nicht möglich sich höhere Platzierungen bei G4J zu kaufen. Glaubt man den Aussagen von Google, welche bei der Pressekonferenz zur Veröffentlichung von Google for Jobs in Deutschland getätigt wurden, so bleibt dies auch langfristig so. Dabei sei angemerkt, dass Google zu Beginn seiner Erfolgsgeschichte auch betonte, dass man sich keine hohen Platzierungen bei der Suchmaschine kaufen kann. 2 Jahre später wurde Google Adwords vorgestellt und auf den Markt gebracht.
Wie bringt man eine Google Stellenanzeige in die Google for Jobs Box?
Nach der Einführung zu Google 4 Jobs erhalten sie nun eine ausführliche Anleitung zu Google for Jobs. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre attraktiven Stellenangebote potentiellen Bewerbern in kürzester Zeit zeigen können. Für die Umsetzung sind Kenntnisse in der Suchmaschinenoptimierung (SEO) von Vorteil. Zudem sollte ein gewisses technischen Verständnis Grundvoraussetzung sein. Wenn Sie das nicht haben, gibt es zwei Möglichkeiten:
- Sie fragen Ihre IT Abteilung, ob sie das übernehmen können
- Sie kontaktieren uns. Gerne richten wir Ihnen Ihre Website entsprechend ein.
Schritt, für- Schritt, Anleitung für Google for Jobs
- Ihre Website muss für den Google Bot erreichbar sein
- Richtlinien von Google müssen beachtet werden
- Die einzelnen „Stellenangebot“ URLs dürfen nicht auf „noindex“ stehen
- Die Stellenangebote müssen mit JSON-LD-Code ausgezeichnet werden
- Per XML-Sitemap oder Indexing API den neuen Inhalt schneller indexieren
Neben unserer Google for Jobs Anleitung helfen Ihnen folgende Seiten weiter:
- Technische Richtlinien (https://developers.google.com/search/docs/data-types/job-posting)
- Inhaltliche Richtlinien für die Stellenanzeige (https://developers.google.com/search/docs/data-types/job-posting#content-guidelines)
- Job-Posting, Schema (https://schema.org/JobPosting)
Nun geht es an die technische Aufbereitung Ihrer Stellenanzeige. Hierbei gibt es Elemente, die zwingend erforderlich sind und je, die „nice to have“ sind. Wir empfehlen Ihnen so viel wie möglich anzugeben. Unsere Devise: „Liebe geht durch den Magen, Je mehr Daten man Google zum Futtern gibt, desto mehr haben Sie dich lieb.“
Bestandteile bei JSON-LD:
- Stellentitel (title)
- Stellenbeschreibung (description)
- Unternehmensstandort (jobLocation)
- Datum der Stellenveröffentlichung und Gültigkeit des Stellenangebots (date-Posted, validThrough)
- Name des Unternehmens (hiringOrganization)
- Gehaltsangabe (baseSalary)
- Art der Stelle: Vollzeit, Teilzeit, Zeitarbeit (employmentType)
Die Website (https://technicalseo.com/tools/schema-markup-generator/) ist eine große Hilfestellung bei der Auszeichnung des Stellenangebots. Mit dem Testool (https://search.google.com/structured-data/testing-tool/) für strukturierte Daten können Sie Ihre fertig gestellte Jobausschreibung auf Fehler überprüfen.
Google for Jobs Beispiel | Muster
Damit eine Stelle in der Google-for-Jobs-Box erscheinen kann, braucht die Stellenseite ein JobPosting-Markup im Format JSON-LD. Google liest daraus Titel, Arbeitgeber, Ort, Beschäftigungsart und Veröffentlichungsdatum. Fehlt ein Pflichtfeld, wird die Anzeige nicht aufgenommen, und zwar ohne Fehlermeldung.
So sieht ein vollständiges Minimal-Beispiel aus:
{
"@context": "https://schema.org/",
"@type": "JobPosting",
"title": "Online Marketing Manager (m/w/d)",
"description": "<p>Vollständige Beschreibung als HTML: Aufgaben, Profil, Angebot.</p>",
"datePosted": "2026-07-30",
"validThrough": "2026-10-31",
"employmentType": "FULL_TIME",
"hiringOrganization": {
"@type": "Organization",
"name": "Webfeinschliff",
"sameAs": "https://www.webfeinschliff.de/"
},
"jobLocation": {
"@type": "Place",
"address": {
"@type": "PostalAddress",
"streetAddress": "Kettelerstraße 5-11",
"addressLocality": "Rimpar",
"postalCode": "97222",
"addressCountry": "DE"
}
},
"baseSalary": {
"@type": "MonetaryAmount",
"currency": "EUR",
"value": { "@type": "QuantitativeValue", "value": 45000, "unitText": "YEAR" }
}
}
Drei Dinge werden in der Praxis am häufigsten falsch gemacht. Das Feld description muss HTML enthalten, reiner Text ohne Absätze und Listen wird in der Box schlechter dargestellt. validThrough gehört gesetzt, sonst steht die Stelle nach der Besetzung weiter in der Box. Und die Gehaltsangabe ist optional, wirkt aber messbar: Google zeigt den Wert direkt in der Trefferliste an, was die Klickrate hebt.
Prüfen lässt sich das Markup vor der Veröffentlichung mit dem Test für Rich-Suchergebnisse. Wichtig: Der Test bestätigt nur die Syntax, nicht die Aufnahme, die entscheidet Google beim nächsten Crawl.
Die Jobs an Google übermitteln
Wenn Sie bis hierhin unser Google for Jobs Anleitung Schritt für Schritt befolgt haben, folgt nun die letzte Aufgabe: Übergeben Sie die URL an Google. Natürlich möchten Sie, dass Ihre Jobs schnellstmöglich in den Index wandern und potentielle Bewerber erreicht werden. Dabei haben Sie 3 Möglichkeiten:
- Manuell über Google Search Console pushen
- XML-Sitemap
- Indexing API
Manuell Google Search Console
Dazu in URL-Prüfung die URL eingeben und dann den Indexierungsstatus erneut abfragen.
XML-Sitemap
Google findet neue Stellenanzeigen schneller, wenn sie in einer eigenen Job-Sitemap stehen, getrennt von der normalen Seiten-Sitemap. Der Grund ist praktisch: Stellen kommen und gehen im Wochenrhythmus, während sich der Rest der Website selten ändert. Eine separate Datei mit ehrlichem lastmod signalisiert genau die Stellen, die neu geprüft werden müssen.
Tragen Sie die Datei in der Search Console ein und prüfen Sie dort nach ein bis zwei Tagen den Indexierungsstatus. Wichtig: Nehmen Sie besetzte Stellen aus der Sitemap heraus, sobald sie abgelaufen sind. Eine Sitemap, die auf 404-Seiten zeigt, kostet Vertrauen beim Crawler.
Indexing API
Für das schnellere Indexieren der Jobs empfiehlt Google das Einrichten einer Indexing API. Google verspricht eine signifikant schnellere Aufnahme in den Google for Jobs-Index. Laut Bernd M.Schell vom Automobilzulieferer Brose sind die Jobs über die API in 30 Minuten aufrufbar.
Bei größeren Unternehmen ist häufig der Fall, dass derselbe Job mehrfach ausgeliefert wird. Man sollte den Canocial-Tag setzen. Dadurch umgeht man das DC (Duplicate Content) Problem und es werden alle Stellen in Google for Jobs richtig angezeigt.
Google for Jobs Anleitung, Erfolgsauswertung mit Google Analytics & Search Console
Ob Google for Jobs tatsächlich Bewerber bringt, lässt sich messen, aber nicht in der normalen Zugriffsstatistik, weil die Klicks aus der Jobs-Box als organische Google-Besuche ankommen. Zwei Wege führen zu belastbaren Zahlen.
In der Search Console filtern Sie den Leistungsbericht auf die Suchdarstellung „Stellenangebote“, dort sehen Sie Impressionen und Klicks ausschließlich aus der Jobs-Box. In Google Analytics arbeiten Sie mit einem Zielvorhaben auf die Bestätigungsseite Ihres Bewerbungsformulars und vergleichen die Landingpages der Stellenseiten. Erst diese Kombination zeigt, ob aus Sichtbarkeit auch Bewerbungen werden.
Auswertung via Google Analytics
- Richtige Property auswählen
- Akquisition
- Alle Zugriffe
- Quelle / Medium und nach „google_jobs_apply/organic“ suchen
- G4J Traffic mit anderen Trafficquellen vergleichen
Wir hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Google for Jobs Anleitung weiterhelfen konnten.
Wir wünschen viel Erfolg bei der Mitarbeitersuche!
Brauchen Sie Hilfe bei der Erstellung von Stellenanzeigen für Google for Jobs?
Jetzt weiter zum KontaktformularStellenanzeigen ohne eigenes Markup schalten
Wer das JobPosting-Markup nicht selbst pflegen will, kann den Weg über eine Jobbörse gehen: Dort wird das Markup automatisch mit ausgeliefert, inklusive validThrough und Standortdaten. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn Stellen häufig wechseln, jede Änderung im eigenen CMS bedeutet sonst auch eine Änderung am Markup.
Unsere Jobbörsen der HR Rocket GmbH machen das standardmäßig, die Anzeige erscheint also ohne technischen Aufwand in der Google-for-Jobs-Box.