Es wird immer auffälliger: Wenn wir Neukunden zum Erstgespräch bei uns haben, dann hören wir die Aussage „Wir haben Sie auf Facebook gesehen“.
Auf Nachfrage: „Ja, auf jeden Fall häufiger“. Es gibt also einen Grund, warum die Damen und Herren Neukunden auf unseren grünen Meeting-Stühlen gelandet sind, um ein Projekt von uns umsetzen zu lassen: Wir waren präsent.

Wir klären dann natürlich gerne auf, dass diese wiederholten Kontaktpunkte auf Facebook kein Zufall sind, sondern von uns geplant werden.

Was ist Facebook Remarketing?

Remarketing bedeutet, dass man einen schon einmal erreichten Kunden, der zum Beispiel nicht gekauft hat, nochmals gezielt anspricht, um ihn zu überzeugen.

Dieses Vorgehen hat zwei große Vorteile:

  • Ihr Unternehmen ist präsenter beim Verbraucher, insbesondere im Vergleich zu Konkurrenten, die kein Remarketing betreiben.
  • Sie reduzieren die Streuverluste Ihrer Marketingausgaben, da Sie ausschließlich Verbraucher ansprechen, die schon einmal Interesse signalisiert haben.

Als Kanal hierfür eignet sich, neben Google Adwords, insbesondere Facebook sehr gut. 

Ein Beispiel: Sie geben Werbebudget aus, um auf Google ganz oben gelistet zu sein, wenn ein potentieller Kunde nach „Mountainbikes kaufen“ sucht. Der Kunde wählt ihre Anzeige an und schaut sich auf Ihrer Seite um, wechselt dann zurück zu Google und sieht sich auch noch zwei Konkurrenz-Seiten an, kauft aber vorerst nirgends, da es sich doch um eine größere Ausgabe handelt. Am nächsten Tag öffnet er Facebook und sieht eine Anzeige Ihres Onlineshops, die die beliebtesten Fahrradmodelle erneut präsentiert.

facebook-custom-audience-moeglichkeiten

Über Facebook „Custom Audiences“

Um auf Facebook eine Remarketing-Kampagne zu starten, muss die Seite natürlich „erfahren“ welche User sie ansprechen soll. Um diese User zu identifizieren werden „Custom Audiences“, also spezifische Zielgruppen, angelegt. Um Informationen über die entsprechenden User einzuspeisen gibt es auf Facebook vier Möglichkeiten:

1. Kundendatei

Es gibt die Möglichkeit, bestehende Kunden-Dateien, E-Mail-Adresslisten mit den Usern auf Facebook abzugleichen und eine Zielgruppe aus den Übereinstimmungen zu erstellen.

2. Website-Traffic

Es ist außerdem möglich, die Besucher Ihrer Website mit Hilfe eines Codeschnipsels (Facebook-Pixel), der im Facebook Werbeanzeigen-Manager generiert wird, zu identifizieren. Ab dem Moment des Einbindens in Ihre Website können alle Besucher, die auch auf Facebook angemeldet sind, erkannt werden. Bis zu 180 Tage lang können dieser User anonym in einer „Custom Audience“ gespeichert werden. Dabei können Sie generell alle Website-Besucher speichern, aber auch z. B. nur Besucher bestimmter Unterseiten oder Besucher die mindestens eine bestimmte Zeit lang auf der Website geblieben sind.

3. App-Aktivität

Wenn Sie eine eigene App betreiben, können Sie deren Nutzer als „Custom Audience“ definieren und über Facebook erneut ansprechen.

4. Interaktion auf Facebook

Die vierte Möglichkeit „Custom Audiences“ für Facebook zu generieren sind User, die auf Facebook schon einmal mit Ihnen interagiert haben. Es können beispielsweise User, die mit Ihrer Fanpage interagiert haben, sie besucht haben, einen Beitrag oder eine Werbeanzeige kommentiert, mit „Gefällt mir“ markiert oder geteilt haben, als entsprechende Zielgruppen definiert werden.

Wie kann Facebook-Remarketing eingesetzt werden?

Der Kreativität sind keine Grenze gesetzt. Sie können Dutzende Custom Audiences erstellen. Außerdem können Sie definieren, welche Ziele Sie mit der Kampagne verfolgen (z. B. Kontaktanfrage, Newsletter-Anmeldung, Produkt-Kauf, etc.) und diese Information zustätzlich nutzen.

  • Sie könnten, wenn Sie einen Friseursalon betreiben, die Zielgruppe „Menschen, die sich die den Bereich „Haarverlängerungen“ auf unserer Website angesehen haben“ abspeichern. Diese Gruppe an Usern, die ja schon durch den Besuch der Website Interesse geäußert hat, können Sie dann erneut kontaktieren. Zum Beispiel mit einem Posting, das einen Rabattcode für Haarverlängerungen enthält.
  • Sie könnten gezielt Besucher über Google-Adwords auf eine gewisse Unterseite leiten und jene dann anschließend eine spezielle Facebook-Remarketing-Kampagne aufsetzen.
  • Sie könnten Remarketing-Kampagnen nicht nur einige Tage lang als Facebook-Anzeige ausliefern – sondern genau so lange, bis der User eine weitere Handlung durchführt, wie bspw. das Absenden eines Kontaktformulars oder das Lesen eines Artikels.
  • Sie könnten nur den Personen eine Facebook-Remarketing-Kampagne ausliefern, die schon seit einigen Monaten nicht mehr auf Ihrer Website gewesen sind.
  • Sie könnten nur jene bewerben, die auch sonst eine hohe Interaktionsrate auf Facebook aufweisen.
  • Sie könnten so viele verschiedene Strategien fahren!

Der Kreativität sind also keine Grenze gesetzt. Custom Audiences können zu Dutzenden erstellt und gleichzeitig genutzt werden. Ein einheitlich perfektes Rezept für erfolgreiche Facebook-Ads existiert nicht. Deshalb unser Rat: Machen Sie sich Gedanken über Ihre Zielgruppe und testen Sie daraufhin verschiedene Herangehensweisen bewusst – werten Sie die resultierenden Zahlen aus und vervielfachen Sie Kampagnen, die sich als lohnenswert herausstellen.

Beispielhafte Facebook-Remarketing-Kampagnen aus der Praxis

Praxisbeispiel 1) Facebook-Remarketing-Kampagne von www.webfeinschliff.de
Für unser Agenturgeschäft haben wir zum Beispiel eine große Custom Audience angelegt. Dort werden zum Einen alle Besucher der Domain www.webfeinschliff.de nachvollzogen, aber auch die Besucher unserer Websites www.webrestaurator.de und www.seo-würzburg.de. So haben wir alle Facebook-Nutzer identifiziert, die ein Interesse an uns bzw. unseren Dienstleistungen haben. So haben wir die Möglichkeit, diesen Nutzern immer wieder die Internetagentur Webfeinschliff ans Herz zu legen. Eine der wohl häufigsten Fragen, die Neukunden uns stellen, ist „Was kostet eine neue Website“ – also nutzen wir für diese Remarketing-Kampagne vor allem den von uns erstellten Artikel zu diesem gefragten Thema. Schon so einige Anfragen nach einem Website-Relaunch ist auf diesem Wege bei uns eingegangen.

Zusätzlich, um auf Dauer nicht mit dem immer selben Artikel „nervig“ zu werden, bewerben wir jedes mal, wenn wir einen neuen Artikel auf unserer Website veröffentlichen, diesen ebenfalls für diese Custom Audience. Auch ein ganz simpler Post, der zum „Gefällt mir“ für die Webfeinschliff-Fanpage aufruft, wird immer wieder mit wechselnden Anzeigebildern ausgespielt.

Die Kosten für diese Facebook-Remarketing-Ads belaufen sich im Monat auf nur 30-60 Euro -eine Ausgabe, die im Vergleich zu den Neukunden-Anfragen, die die Kampagne einbringt, fast komplett zu vernachlässigen ist.

Praxisbeispiel 2) Facebook-Remarketing-Kampagne von www.jobsuche-regional.com
Auf unseren 42 regionalen Jobbörsen gibt es zwei Hauptzielgruppen: Jobsuchende und Personaler. Wir können an dieser Stelle nicht im Ansatz alle Strategien erklären, die wir für diese Plattform in den letzten Jahren ausgetestet, verworfen, beibehalten oder variiert haben. Eine der erfolgreichsten Vorgehensweisen ist es aber beispielsweise, die User, die auf unserer Website passende Unterseiten besucht haben, als Zielgruppe „Personaler“ zu identifizieren. Anschließend, wenn innerhalb von einer Woche kein Inserat bei unseren Jobbörsen folgt, wird diesem User über Facebook ein Rabattcode für Erstinserierende dargestellt.
Für die Zielgruppe „Jobsuchende“ könnte man dagegen zum Beispiel Personen identifizieren, die sich für Jobs aus dem Bereich Marketing interessieren, und diese dann wieder mit Jobs aus dem Bereich Marketing bewerben.

Praxisbeispiel 3) Facebook-Remarketing-Kampagne Klickfunnel

*coming soon*

Unser Fazit zu Facebook-Remarketing Kampagnen

Was viele nicht wissen: Das Einrichten solcher Facebook-Remarketing Kampagnen dauert in der Regel keinen Tag Arbeit, macht sich aber allemal bezahlt, wenn man das Ganze strategisch sinnvoll angeht. Und da wir grundsätzlich immer Fans von zielgerichtetem Marketing sind, machen Facebook-Remarketing-Kampagnen da keine Ausnahme.

Sie glauben noch nicht, dass diese Art der Werbung wirkt? Sie haben gerade diesen Artikel gelesen. Sollten Sie in diesem Moment auf Facebook angemeldet sein und unsere Fanpage noch nicht mit „Gefällt mir“ markiert haben, dann werden Sie in nächster Zeit auf Facebook von uns so Einiges sehen. Und dann versuchen Sie mal, uns wieder zu vergessen 😉